Widen the Circle Sommerforum 2026
5. Juni - 7. Juni 2026 in Berlin
Resilienz in Vergangenheit und Gegenwart
Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und das eigene Leben trotz widriger Umstände aktiv weiterzugestalten. Sie zeigt sich historisch ebenso wie in der Gegenwart: im Wiederaufbau jüdischer Gemeinschaften nach 1945, im Widerstand und der Selbstbehauptung von African Americans oder im Engagement von Überlebenden rassistischer und antisemitischer Gewalt. In einer Zeit wachsender Herausforderungen für demokratische Gesellschaften lädt das Widen the Circle Summer Forum 2026 dazu ein, gemeinsam zu erkunden:
wie Resilienz entsteht und gestärkt werden kann
welche Rolle Erinnerungskultur dabei spielt
und wie sie zu einer gerechten und inklusiven Zukunft beiträgt
Am Freitag, den 5. Juni, starten wir mit einem informellen Stammtisch zum gemein samen Austausch, Vernetzen und Kennenlernen. Hierfür haben wir ab 19:00 Uhr einen Tisch im Dieselhaus in Berlin Mitte (Forum an der Museumsinsel 10, 10117 Berlin) reserviert.
Am Samstagnachmittag, den 6. Juni, geht es spannend weiter mit einem Nachmittagsprogramm (tba) im Jugendzentrum Pumpe (Lützowstr. 42, 10785 Berlin). Den Tagesabschluss bildet ein Gespräch mit Kristi Williams und Raimund Grafe, moderiert von Marc Skvirsky. Diese Keynote bringt zwei Akteur*innen zusammen, die an zentraler Stelle in der Erinnerungsarbeit in den USA und Deutschland tätig sind. Im Gespräch geht es darum, wie Geschichte bewahrt, verhandelt und in der Gegenwart mobilisiert wird – insbesondere in einer Zeit, in der öffentliche Erinnerung zunehmend unter politischem und finanziellem Druck steht. Ausgehend von ihren unterschiedlichen Kontexten reflektieren sie, wie Individuen und Gemeinschaften diese Arbeit langfristig tragen, auf aktuelle Herausforderungen reagieren und Strategien entwickeln, um einen verantwortungsvollen Umgang mit Geschichte und demokratische Werte zu stärken. Den Tag lassen wir bei einem gemeinsamen Grillabend ausklingen.
Auf dem Panel Resilient Memories: Storytelling, Space, and the Fight for Truth kommen drei amerikanische Praktiker*innen zusammen, deren Arbeit sich mit Erinnerung durch Performance, Bewahrung und öffentliche Geschichtsarbeit beschäftigt. Anhand ihrer Projekte – von Storytelling über Denkmalpflege bis hin zur Dokumentation und dem Umgang mit dem Verschwinden öffentlicher Geschichte – wird diskutiert, wie Individuen und Gemeinschaften reagieren, wenn Geschichte bedroht oder umkämpft ist. Die Veranstaltung beginnt mit einem kurzen performativen Beitrag, gefolgt von einer moderierten Diskussion und Gesprächen in Kleingruppen. Dabei sind die Teilnehmenden eingeladen, Bezüge zu ihren eigenen Arbeitskontexten herzustellen. Im Anschluss daran wird es ein gemeinsames Mittagessen sowie einen Workshop zum Festival of Resilience geben.
Das Sommerforum bietet auch dieses Jahr wieder die Gelegenheit, spannende Einblicke in die Arbeit inspirierender und engagierter Menschen zu bekommen sowie die Möglichkeit für informellen Austausch und neue Kontakte
Wir freuen uns sehr, wenn Sie dabei sind!
Programm
Freitag, 5.06.2026
Ab 19:00: Stammtisch im Dieselhaus in Berlin Mitte
Samstag, 6.06.2026
13:00 Uhr: Mittagessen im Jugendzentrum Pumpe
14.30: Nachmittagsprogramm (tba)
18.00 Uhr: Keynote mit Kristi Williams und Raimund Grafe, moderiert von Marc Skvirsky
Sonntag, 7.6.2026
10.00 Uhr: Workshop: Resilient Memories: Storytelling, Space, and the Fight for Truth
12.00 - 13.00 Uhr: Mittagessen
13.30 - 16.00 Uhr: Workshop: Festival of Resilience
Hinweise
Das Programm ist auch für Teilnehmer*innen geeignet, die wenig oder kein Englisch sprechen (es werden Teilveranstaltungen auf Deutsch oder mit Übersetzung angeboten).
Dieses Programm ist vorläufig. Es kann noch zu Änderungen bei einzelnen Programmpunkten kommen. Darüber informieren wir Sie rechtzeitig.
Veranstaltungsorte
Die Workshops und Vorträge des Forums am 6. und 7. Juni finden in Berlin-Mitte, Kulturzentrum Pumpe Lützowstr. 42, 10785 Berlin). Der Stammtisch am Freitag findet im Dieselhaus in Berlin-Mitte statt: (Forum an der Museumsinsel 10 10117 Berlin).
Reisevorbereitungen
Hotel- und Reisearrangements werden in der Regel von den Teilnehmer*innen selbst übernommen. Wenn Sie während der Reisevorbereitung spezielle Bedürfnisse oder Fragen haben, wenden Sie sich gerne jederzeit an: lena@obermayer.us.
Auch in diesem Jahr gibt es — wie in den vergangenen Jahren — die Möglichkeit, sich für ein Reisestipendium zu bewerben. Dieses beinhaltet ein Hotelzimmer sowie einen Reisekostenzuschuss von 150 € und wird nach Verfügbarkeit vergeben. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an: lena@obermayer.us
Kristi Williams
Raimund Grafe
Sprecher*innen
Kristi Williams ist Nachfahrin einer Überlebenden des Tulsa Race Massacre von 1921 sowie Nachfahrin der Creek Freedmen. Sie ist Gründerin von Black History Saturdays, einer wegweisenden Institution in North Tulsa, die generationsübergreifend afroamerikanische Geschichte vermittelt und eine Bibliothek verbotener Bücher aufgebaut hat. Zudem ist sie Vorsitzende der städtischen Beyond Apology Commission in Tulsa, die sich für Reparationen für die von dem Massaker Betroffenen einsetzt.
Raimund Grafe ist Vorsitzender des Erich-Zeigner-Hauses in Leipzig, eines Zentrums für politische Bildung und Erinnerungskultur, das sich gegen das Erstarken der extremen Rechten engagiert. Mit Bildungsangeboten und gemeinschaftsorientierten Projekten unterstützt seine Arbeit das Gedenken an Menschen, die im Nationalsozialismus Widerstand leisteten oder verfolgt wurden.
Awele Makeba ist Storytellerin, Oral Historian, restorative Genealogist und Künstlerin für sozialen Wandel. Sie nutzt persönliche Erzählungen, Folklore, Rap und restorative Story Circles, um durch Dialog über unsere gemeinsame Menschlichkeit Gemeinschaft zu stärken. Sie ist House Meeting Coordinator bei ReparationGeneration.org und Produzentin des MLK Oratorical, das in der mit einem Emmy ausgezeichneten HBO-Dokumentation We Are the Dream: The Kids of the MLK Oratorical vorgestellt wurde. Ihre Arbeit rückt die Stimmen vergessener und marginalisierter Zeitzeug*innen ins Zentrum und versteht sie als Ausgangspunkt für Gespräche über Rassismus, Würde und die „Beloved Community“.
Vincent Hall wurde in Montgomery, Alabama, geboren und ist dort aufgewachsen. Er kehrte in die Stadt zurück, um sich auf Denkmalschutz, Community-Arbeit und Empowerment zu konzentrieren. Derzeit leitet er die Restaurierung des Ben Moore Hotels, eines historischen Ortes, der während des Montgomery Bus Boycotts als strategisches Zentrum für Dr. Martin Luther King Jr. und andere Bürgerrechtsaktivist*innen diente. Durch dieses und weitere Projekte arbeitet Vincent mit Gemeinschaften daran, ihre eigenen Narrative zu gestalten und nachhaltige Zukunftsperspektiven zu entwickeln.
Michael Corey ist Public Historian und stellvertretender Leiter von Mapping Prejudice, einem Projekt, das anhand historischer Grundbuchdaten rassistische Wohnungsdiskriminierung im Mittleren Westen der USA dokumentiert. Zudem ist er Mitbegründer von Save Our Signs, einer ehrenamtlichen Initiative, die Informationsschilder des National Park Service fotografisch dokumentiert, bevor sie entfernt werden, um so Geschichten über Sklaverei, indigene Gemeinschaften und den Klimawandel zu bewahren. Seine Arbeit konzentriert sich darauf, bedrohte historische Narrative zu dokumentieren, zu schützen und sichtbar zu machen.
Marc Skvirsky war bis vor Kurzem Vice President und Chief Program Officer bei Facing History and Ourselves. Über fast vier Jahrzehnte hinweg trug er maßgeblich dazu bei, die Organisation von einer kleinen Bildungsinitiative zu einem internationalen Netzwerk mit Standorten und Partnerschaften weltweit auszubauen. Er spricht regelmäßig zu Themen wie Schulreform, politischer Bildung und Nonprofit-Leadership. Derzeit berät er mehrere Organisationen und Stiftungen, ist Vorstandsmitglied der in Boston ansässigen Organisation Grub Street und lehrt am Institute for Nonprofit Practice. Zudem ist er ein zentraler Berater von Widen the Circle und leitender Facilitator des Berlin Fellowship.