15. November 2026 · Berlin
Ein Tag des Gedenkens, des Austauschs und des gemeinsamen Lernens

Das diesjährige Festival of Resilience setzt den Schwerpunkt, Erinnerung in Handeln umzusetzen. Wir beginnen mit der Gedenkzeremonie und schaffen so einen gemeinsamen Raum des Erinnerns und der Reflexion. Der Rest des Tages ist mehreren Arbeitsgruppen und Gesprächen gewidmet. Diese bringen Menschen, Initiativen und Projekte mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und sich mit zentralen Fragen rund um Erinnerung, Solidarität und Resilienz auseinanderzusetzen.

Musik, gemeinsame Mahlzeiten und Gelegenheiten zum Austausch mit regionalen Fokusgruppen werden den Tag durchziehen.

 
 

Erinnerung in Handeln verwandeln: Bündnisse aufbauen

Erinnern bedeutet mehr, als zurückzublicken. Erinnerung kann uns helfen, die Gegenwart zu verstehen, Menschen zusammenzubringen und die Beziehungen zu schaffen, die wir brauchen, um die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Im Jahr 2026 fühlt sich Widen the Circle geehrt, die Verantwortung für die Ausrichtung des Festival of Resilience zu übernehmen – einer Initiative, die ursprünglich von Überlebenden des rechtsextremen Anschlags in Halle und Wiedersdorf am 9. Oktober 2019 ins Leben gerufen und in Zusammenarbeit mit Hillel Deutschland e.V. weiterentwickelt wurde.

Von Beginn an war das Festival ein Raum für selbstbestimmtes Erinnern, Trauer, Resilienz, Solidarität und die Feier des Lebens. Es wurde geschaffen, damit Überlebende und unmittelbar von der Gewalt Betroffene selbst bestimmen können, wie an die Ereignisse des 9. Oktober erinnert wird – jenseits medialer Narrative, Gerichtssäle und politischer Inszenierungen.

Mit dem Eintritt des Festivals in ein neues Kapitel gemeinsam mit Widen the Circle möchten wir auf diesem Fundament aufbauen und zugleich der Frage nachgehen, was Erinnerung für die Zukunft möglich machen kann.

Im Zentrum dieser Arbeit steht eine gemeinsame Überzeugung: Wir wollen eine Gesellschaft gestalten, in der Hass und Gewalt keinen Platz haben. Gemeinsam können wir die Voraussetzungen für eine demokratischere und resilientere Gesellschaft stärken. Wir glauben, dass die Auseinandersetzung mit Geschichte und mit der Art und Weise, wie wir uns an sie erinnern, Menschen einbeziehen kann, anstatt sie auszuschließen. Gerade im Jahr 2026 erscheint uns dies besonders dringlich. In diesem Moment darf Erinnerung nicht nur ein Ritual des Rückblicks sein. Sie muss uns auch dabei helfen zu fragen, in welcher Gesellschaft wir heute leben wollen und welche Beziehungen, Bündnisse und Formen der Solidarität notwendig sind, um diese Gesellschaft zu tragen.

In diesem Jahr beginnen wir mit Bündnissen, Solidarität und Partnerschaft

Solidarität entsteht nicht automatisch. Sie erfordert Investitionen in Beziehungen und Vertrauen, geduldiges Zuhören und die Bereitschaft, über Unterschiede hinweg voneinander zu lernen. Sie erfordert Empathie.

Zu den Fragen, mit denen wir uns auseinandersetzen können, gehören: Was brauchen wir voneinander, um respektvoll und wirksam zusammenzuarbeiten? Wie können wir Bündnisse über unterschiedliche Geschichten, Erfahrungen und Identitäten hinweg aufbauen, ohne diese Unterschiede auszulöschen? Was macht Solidarität jenseits von Krisenmomenten möglich? Wie können wir uns selbst und andere in diesen Gesprächen gleichermaßen in den Mittelpunkt stellen? Das Festival soll einen Raum bieten, in dem wir diese Fragen gemeinsam stellen, bedenken und erkunden können.

Die Partnerschaft zwischen dem Festival of Resilience und Widen the Circle bietet selbst die Möglichkeit, zu erkunden, wie wirksame Bündnisse aussehen können und was sie von den beteiligten Menschen erfordern. Ein Beispiel dafür ist das Netzwerk im Umfeld der von dem Anschlag in Hanau 2020 Betroffenen, das bereits gezeigt hat, was solche Bündnisse möglich machen können.

 
 

Ein Ausgangspunkt, kein Endpunkt

Das Festival ist ein Raum zum Zuhören, für Begegnung und Austausch, zum Lernen, Hinterfragen und gemeinsamen Nachdenken darüber, was als Nächstes kommt.

Wir möchten, dass die Gespräche und Beziehungen, die bereits begonnen haben und beim Festival entstehen werden, über die Veranstaltung selbst hinaus fortbestehen. Wir hoffen, Möglichkeiten zu schaffen, in denen Fachkräfte, Überlebende, Communities und Organisationen Erfahrungen austauschen, Bündnisse stärken, voneinander lernen und gemeinsam neue Ansätze entwickeln können – mit kontinuierlicher Unterstützung durch Widen the Circle.

Das Festival of Resilience ist nicht nur ein einzelner Tag. Es ist der Beginn eines fortlaufenden Gesprächs, das wir 2027 und darüber hinaus weiterführen möchten.

In Gedenken an sie

Wir kommen zusammen, um an Jana L. und Kevin S. zu erinnern, die am 9. Oktober 2019 bei dem rechtsextremen Anschlag in Halle und Wiedersdorf ermordet wurden.

Kontakt

Wenn Sie weitere Informationen zum Programm, zu den Teilnehmenden, Workshops und Möglichkeiten zur Mitwirkung erhalten möchten, wenden Sie sich bitte an: Wiebke Boysen unter wiebke@widenthecircle.org oder registrieren Sie sich hier.

Wir laden Sie ein, uns auf diesem Weg zu begleiten, während wir gemeinsam das nächste Kapitel des Festival of Resilience gestalten.


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